Der Deutsche Tonkünstlerver­band NRW e.V. (DTKV NRW) unterstützt die Forderung der Elterninitiative nach einer Wahl­freiheit zwischen acht- und neunjähriger Gymnasialzeit.

Durch die Verkürzung der gesamten Schulzeit und der dadurch aufgekommenen Mehrbelastung vieler Schülerinnen und Schüler ist eine intensive Beschäftigung mit Musik in der Freizeit immer schwieriger geworden. Sehr häufig wird der Instrmental- oder Gesangsunterricht bereits in der Mittelstufe aufgegeben, weil die Belastung durch Nachmittags- oder gebundenen Ganztagsunterricht zu groß ist. Zum Üben und Musizieren brauchen Kinder und Jugendliche Zeit am Nachmittag. Diese soll nicht in der Schule verbracht werden, sondern in Musikschulen, bei qualifizierten Privatmusiklehrern und zu Hause. Die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums als Regel und nicht als Ausnahme ist dabei von großer Bedeutung.

Prof. Dr. Jochen Krautz lehrt an der Bergischen Universität Wup­pertal Kunstpädagogik. Er hat sich bereits in seinem 2007 erschienen Buch „Ware Bildung” mit den tiefgreifenden Änderun­gen im Bildungssystem beschäf­tigt.

"Wenn nun heute für die Schule und Universität postuliert wird, es ginge nicht so sehr um Wissens­erwerb (um Bildung sowieso nicht), sondern um das „Lernen des Lernens”, weil man ja lebenslang lernen müsse, dann ist das nicht nur ein historisch dummes Argument:

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Prof. Dr. Hans Peter Klein lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt Didaktik der Biowissenschaften. Er ist Präsident der Gesellschaft für Didaktik der Biowissenschaften und Mit­begründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen.

"Die als Folge von G8 immer jünger werdenden Erstsemester, die sich teilweise noch am Ende der Pubertät befinden, bringen weder die notwendige Selbstständigkeit noch die gewünschte Reife oder Persönlichkeitsbildung als Grundlage für die sinnvolle Aufnahme eines Studiums mit. Die gleichzeitige Verkürzung der Schulzeit sowie die Umstellung des Unterrichts auf Kompetenzorientierung hat darüber hinaus dazu geführt, dass ein vertieftes und verstandenes Fachwissen als Basis eines erfolgreichen Studiums weitgehend nicht mehr vorhanden ist."

Der Journalist Rainer Stadler hat sich durch seine Recherchen über den Missbrauchsskandal an der Schule von Kloster Ettal ver­dient gemacht. 2014 veröffent­lichte er das Buch "Vater, Mutter, Staat: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung". Darin stellt er dar, wie der Eingriff des Staates auf die Familien auch durch G8 auf die Kinder wirkt.

"Es geht um nichts weniger als die Freiheit von Kindern und Jugendlichen. Egal wie umfang­reich das Angebot der Schule sein wird, für den Einzelnen bedeutet es immer eine Einschränkung.

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Interview mit Prof. Dr. Volker Ladenthin, Professor für Allgemeine und historische Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn

Sie sind als Universitätsprofessor gegen G8?
Darf ich mit einer schlichten Gegenfrage antworten: Welchen Sinn macht es, Abiturienten an der Universität einzuschreiben, die zuerst Vor- oder Brückenkurse an der Universität absolvieren müssen, damit sie überhaupt mit dem Studium beginnen können? Was soll dann noch das Abitur? Inzwischen richten fast alle Fächer Kurse zwischen gymnasialer Oberstufe und Universität ein. Es entsteht gewissermaßen eine neue Schulart: Die Vor-Uni. Kollege Volkmar Gieselmann, Prorektor für Studium, Lehre und Studienreform an der Uni Bonn (und Naturwissenschaftler), sagt das ganz konkret: "Man muss die Lehrpläne in den Schulen besser auf die Bedürfnisse der Hochschulen abstimmen".

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Der Kanu-Verband NRW unterstützt das Anliegen der Elterninitiative und ruft alle, die unseren Kindern und Jugendlichen wieder mehr Freizeit für ihren Sportverein einräumen wollen, auf, die Forderungen der Elterninitiative zu unterschreiben.

Seit der Einführung von G8 stellen auch die NRW-Kanusportvereine immer wieder nachteilige Auswirkungen auf den Nachwuchssport fest. Ab der fünften Klasse nehmen die Kinder und Jugendlichen nur noch begrenzt am Vereinsangebot teil oder kündigen sogar ihre Mitgliedschaft mit Hinweis auf die hohe schulische Belastung. Während der Kanu-Verband NRW bei den Erwachsenen nach wie vor steigende Mitgliederzahlen verzeichnet, musste im Jugendbereich seit der Einführung von G8 im Jahr 2005 bis heute ein Rückgang von dramatischen 25 Prozent hingenommen werden. Insgesamt haben in NRW 39 von 40 befragten Sportverbänden zum Ausdruck gebracht, dass wegen G8 im Nachwuchssport Kinder und Jugendliche dem Vereinsangebot zunehmend mit der Begründung der hohen schulischen Belastung fern bleiben.

Der Bielefelder Schulpsychologe Prof. Dr. Rainer Dollase unterstützt als Bildungsexperte die Elterninitiative für Kinderrechte „G9 jetzt in NRW", welche das „alte G9–Abitur" mit nicht mehr als 30 Wochenstunden fordert. Er hat die Liste dieser Volksinitiative unterzeichnet. Die Sinnhaftigkeit begründet er mit einer echten Chancengleichheit für alle Fünftklässler, indem ihnen die Zeit für Lern- und Entwicklungsprozesse an allen auf das Abitur vorbereitenden Schulen gewährt wird. „Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht", sagt ein altes afrikanisches Sprichwort.

Gerade die Sportvereine mit ihrer Jugendarbeit und auch die weiteren Träger der außerschulischen Jugendbildung wie Kirchen, Musikorganisationen, Jugendverbände, Feuer­wehren u. a. waren seit Jahren von den Schulreformen betroffen. Dabei hat nicht zuletzt der im Auftrag des DOSB, der Landessportbünde und des Bundesinstituts für Sport­wissenschaft durchgeführte Sportentwicklungsbericht 2011/2012 der Kölner Sportsoziologen um Prof. Christoph Breuer wieder aufgezeigt, dass bundesweit über 40 Prozent der befragten Vereine im „Turbo-Abitur“ eine Gefahr für die Entwicklung ihrer Vereine sehen.

Dass in den alten Bundesländern in absehbarer Zeit eine Rückkehr zu G 9 möglich sein könnte, zeigt ein ent­sprechender Überblick. So hat Hessen bereits im Vorjahr den Schulen die Rückkehr zum neunjährigen Abitur freigestellt, wovon viele Gymnasien Gebrauch machten. In den vier rot-grün regierten Flächenländern gibt es in gewissem Umfang Wahlmöglichkeiten zwischen G 8 und G 9-Schulen, und in Bayern und Harnburg laufen zur Zeit Bürgerinitiativen zur Rückkehr zum G 9-System an den Gymnasien. So können die Sportvereine im Norden, Westen und Süden der Bundes­republik in dieser Frage für ihre künftige Entwicklung wieder hoffen, wenn auch die von einigen Ländern nach wie vor geplante Einführung von gebundenen Ganztagsschulen mit verbindlichem Nach­mittagsunterricht sogar schon im Grundschulbereich für die Kinderabteilungen der Vereine ein weiteres Problem darstellen dürfte.

Friedrich Mevert, DOSB 19.03.2014

Monika Pieper, bildungspolitische Sprecherin:

Wir freuen uns, dass die Volksinitiative "G9 jetzt!" weiter am Ball bleibt. Die Menschen in NRW wollen den verkürzten Bildungsgang, das "Turboabi" am Gymnasium nicht. Es ist Aufgabe der Politik, diesen Willen zu respektieren und entsprechend zu handeln. Wir werden uns im Landtag weiterhin für die Wiedereinführung des G9 zum nächsten Schuljahr einsetzen.

„Sich selbst zu zitieren überlassen wir Jusos normalerweise anderen. In der aktuellen Debatte um die Abschaffung des Turboabis (G8) könnte man jedoch seitenweise Beschlüsse der NRW Jusos zitieren. Deshalb muss es sein: „Die NRW-Jusos lehnen das verkürze Abitur (G8) in NRW ab und setzen sich für eine zeitnahe, flächendeckende Abschaffung ein." So steht es in einem Beschluss unserer Landeskonferenz von September 2012.
Wir haben vorausgesagt, dass SchülerInnen der Raum zur Selbstentfaltung genommen werden wird. Ihr Erwachsenwerden ist von Stress überladen, ihnen fehlt Zeit für Hobbies und ehrenamtliches Engagement. Diese Erkenntnis wird nun laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage von 76 Prozent der Eltern in NRW geteilt. Schulministerin Löhrmann hat einen Runden Tisch einberufen und Änderungen angekündigt. Doch die betroffenen SchülerInnen und ihre Eltern wollen keine Symptombehandlung, sondern eine gänzliche Abkehr von G8. So wie es andere Länder vormachen.

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Am Mittwoch, den 19. März 2014 hat sich die SPD Bergneustadt einstimmig für eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an Gymnasien ausgesprochen. Als Referent zum Thema „Lernlust statt Schulfrust: Zurück zu G9 auch in NRW?" hatte die Partei Marcus Hohenstein von der Elterninitiative für Kinderrechte „G9 jetzt in NRW" eingeladen. Hohensteins Vortrag stieß bei den zahlreich anwesenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern auf große Zustimmung. Viele Eltern berichteten von den negativen Erfahrungen ihrer Kinder mit dieser fatalen G8-Schulreform und äußerten den Wunsch, dass die Politik die Sorgen der Familien endlich ernstnehme.

Die SPD Bergneustadt verabschiedete an diesem Abend daher einstimmig einen Grundsatzantrag, der eine grundsätzliche Möglichkeit einer Rückkehr zu G9 im Halbtagsschulbetrieb für alle Gymnasien in NRW fordert. „Wir wünschen uns, dass es in Zukunft an unseren Gymnasien wieder möglich ist, ein Abitur nach neun Jahren im Halbtagsschulbetrieb zu erlangen, damit Kinder wieder in Ruhe und mit Freude lernen können. Besonders begabten Schülern kann jedoch weiterhin ein Abitur nach acht Jahren angeboten werden, indem sie ein Jahr Schulzeit überspringen. Mit diesem Kompromiss müssten alle Betroffenen eigentlich gut leben können" hieß es seitens der SPD Bergneustadt.

Antrag der SPD Bergneustadt "Lernlust statt Schulfrust"

Der Lüneburger Professor für Schulpädagogik, Prof. Dr. Matthias von Saldern kritisiert die Schulzeitverkürzung und benennt klar die Konsequenzen:

"Die Annahme, man könne den Schulstoff eines Schuljahres auf die übrigen Schuljahre verteilen, ist falsch. In allen Bundesländern ist zu beobachten, dass der Stoff nach erheblichen Protesten gekürzt wird. Dabei wurde insbesondere in Niedersachsen über Kürzung der musischen Fächer diskutiert, was gerade für Kinder aus unteren sozialen Schichten besonders nachteilig wäre.

Das deutsche Abitur repräsentiert daher nicht mehr den Bildungsstand, der früher galt. Die Umstellung auf das Abitur nach 12 Jahren ist also eine Form des Bildungsabbaus und schädigt das Ansehen im Ausland. Das deutsche Abitur hatte bisher im Ausland nämlich einen ausgesprochen guten Ruf. Die Frage ist, ob zukünftig auch weiter so sein wird.

Hinzu kommt, dass die Beschleunigung und Vorverlagerung des Unterrichtsstoffes nie vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Erkenntnisse oder gar Ergebnissen der Hirnforschung diskutiert worden sind, also jede sog. didaktische Analyse ob und wie der Fachinhalt für die angezielte Altersgruppe optimal aufbereitet werden kann. Ein reines Verschieben von Inhalten nach unten widerspricht jeder erziehungswissenschaftlicher und didaktischer Erkenntnis."

Zum vollständigen Text (PDF; 36 kB)

Die Abkehr von G8 steht inzwischen in allen westlichen Bundesländern außer Frage. Unklar ist nur, wie entschieden die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit ausfällt. Schulpolitik gegen den Willen der Eltern rächt sich.

In allen westlichen Bundesländern wird es in nächster Zeit wieder die Möglichkeit geben, das Abitur nach dreizehn Jahren abzulegen. Die Abkehr von G8 steht inzwischen außer Frage, unklar ist nur, wie entschieden die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit ausfällt. Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg überlassen es den Schulen weitgehend selbst, ob sie G8, G9 oder beides nebeneinander anbieten. […]

Ganz offenkundig gelingt es nicht mehr, Schulpolitik gegen den Willen der Eltern zu machen. Das ist die Lektion, die Bildungspolitiker aus den endlosen Diskussionen über das achtjährige Gymnasium, das die einen sofort als geraubte Kindheit schmähten, die anderen als Chance für begabte junge Leute sahen, zu lernen haben.

Vollständiger Text in der FAZ vom 25.02.2014

Dr. König beklagt die starke zeitliche Belastung, der die Schüler durch die verkürzte Schulzeit ausgesetzt sind. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Einsatz von Schülern, die bis zu 30 Stunden wöchentlich neben der Schule in der Musikschule Unterricht nähmen, bei der Notengebung keine Rolle spiele. König berichtete der Mitgliederversammlung der Musikschule von Elterninitiativen aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich gegen G 8 wendeten und die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren forderten. Dieser Forderung schloss sich König ohne Einschränkung an.

Westfälische Nachrichten vom 27.11.2013

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) drückt seine Sorge über die Folgen von G8 aus. Bundes­vorstandsprecher Michael Kreuzfelder fordert: "Kinder und Jugendliche brauchen wieder mehr Freizeit, um sich und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Die Schulreformen haben auch anderswo zu einem Problem geführt. Vor allem ehrenamtliche Jugendleiter, häufig selbst Schüler oder Studenten, sind wegen der Bildungsreformen der vergangenen Jahre immer schwieriger zu finden. Daher kann selbst trotz bleibender Nachfrage bei Kindern und Familien oftmals keine Jugendarbeit stattfinden."

Dominik Naab, Bundesvorsitzender der Deutschen Pfad­finderschaft Sankt Georg (DPSG) kritisiert die mit G8 verbundene Ausdehnung des Unterrichts in den Nachmittag. "Die Ganztagsschule ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft, sie lässt den Kindern und Jugendlichen keine selbst­bestimmten Freiräume für ihre persönliche Entwicklung. Denn nur außerhalb der Schule können sie lernen, sich ohne den Zwang der Schule selbst zu organisieren."

Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt die Elterninitiative "G9-jetzt! NRW" zur Durchsetzung der Kinderrechte im Zusammenhang mit dem sog. G 8 in Nordrhein-Westfalen.

Es unterstützt die Forderung nach einer Begrenzung der wöchentlichen Unterrichtszeit ausdrücklich. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert ausdrücklich mehr Zeit für Kinder. Das Motto des Weltkindertages 2012, das wir gemeinsam mit UNICEF festgelegt hatten, lautete entsprechend "KINDER BRAUCHEN ZEIT!". Mit diesem Motto haben wir das Recht der Kinder auf Spiel und Freizeit, auf elterliche Fürsorge und auf Beteiligung ins Bewusstsein unserer Gesellschaft gerückt. Kinder brauchen Zeit, sich zu entwickeln, zu spielen und sich zu engagieren. Besonders das Spielen kommt bei vielen Kindern heutzutage zu kurz. Dabei ist gerade das immens wichtig: Im Spiel mit Anderen lernen Kinder sich kompetent zu bewegen, sie lernen soziale Kontakte zu knüpfen, sich in größeren Gruppen zu verhalten, sich durchzusetzen und Regeln einzuhalten. Beim Spiel im Wohnumfeld lernen sie selbstständig zu sein, sich und ihre Umwelt zu organisieren. Und natürlich ist auch die ausreichende Bewegung ein wichtiges Kriterium in diesem Zusammenhang.

Auf dem Philologentag in Goslar am 27. November 2013 äußerte sich Horst Audritz bemerkenswert klar zu den Folgen von G8:

Es kann und darf nach unserer Auffassung auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die überwältigende Mehrheit der unmittelbar Betroffenen Lehrer, Eltern und Schüler sowie deren Organisationen wie Philologenverband, GEW und der Verband der Elternräte an Gymnasien aus vielen guten Gründen eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium fordert.

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Ralph Caspers, der Moderator der Fernsehsendung „Wissen macht Ah!” äußerte in einem Interview am 04.12.12 seine Einschätzung zum Turbo-Abitur:

Ist es nicht problematisch, dass die Menschen in unserer Gesellschaft immer unter dem Druck stehen, qualifikatorisch am Ball zu bleiben und kaum Zeit haben für zweck­ungebundenes Lernen? Das betrifft ja auch zunehmend Schüler – vor allem an G8-Gymnasien.

Ja, das ist fürchterlich. Das ist im Grunde nur noch ein Auswendiglernen. Im Beruf aber bringt es nichts, wenn alle die gleichen Sachen gelernt haben, weil wir keine großen Unterscheidungsmerkmale mehr haben. Was uns Menschen ausmacht, ist ein gewisses Maß an Kreativität, die leider in der Schule abtrainiert wird. Zur Kreativität gehört ja auch, dass man Sachen falsch macht, dass man sie absichtlich falsch macht, um auf eine neue Ebene zu kommen. Aber genau das wird im Schulsystem bestraft, vor allem, wenn man in noch kürzerer Zeit noch mehr lernen muss. Ich finde, G8 ist die beste Entschuldigung dafür, ein Jahr zu wiederholen.

Dass G8 auf Dauer [wirtschaftlich] günstiger ist, liegt auf der Hand, gibt es aber auch pädagogische Argumente, die für G8 sprechen?

Ich persönlich tue mich damit schwer, solche zu erkennen. Sowohl durch persönliche Erfahrungen im Beruf als auch während meiner Ausbildung (Lerntheorien, entwicklungs­psychologische Erkenntnisse) neige ich dazu, zu sagen, dass ich G9 für den Großteil der Schüler als deutlich sinnvoller erachte. Die Schüler bekommen ein Jahr mehr Zeit, sich zu entwickeln, ein persönliches Profil zu entwickeln, in der Schule und außerhalb der Schule zu lernen, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen.

Im Plenarprotokoll war von Jugendgruppen etc. zu lesen, die Nachwuchsprobleme haben. Als Vereinssportler und langjähriger Jugendtrainer kann ich mich anschließen und beklage nicht nur das Fernbleiben der Jungsportler, sondern auch einen mangelnden Nachwuchs an Trainern, die bereit sind und die Zeit haben, sich neben der Schule zu engagieren. Das kann auch ein Problem mangelnder Reife sein, da den Schülern ein Jahr fehlt. Ein Jahr, in dem sie viele Neigungen, auch außerschulische, erst entwickeln. Dazu lassen wir es aber nicht mehr kommen. Rechnet man das weggefallene Jahr Zivildienst bzw. Bundeswehrzeit dazu, dann beginnen die Jugendlichen schon zwei Jahre früher ihr Studium bzw. ihre Ausbildung und sind ihren Heimatvereinen, in denen sie groß geworden sind und für die sie vielleicht (später) bereit wären sich zu engagieren, entzogen und verlieren den Kontakt, bevor sie hierfür ein Interesse entwickeln hätten können.

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